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Wirtschaftliche Probleme zum zweiten

6/9/2018

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Der Dollar-Kurs ist weiter gestiegen bzw. der Rial hat - zumindest der inoffizielle Kurs - weiter an Wert verloren. Gemäss Berichten Deutscher Zeitungen seit Aufkünden des Atomabkommens durch die USA gut 2/3 an Wert eingebüsst. Wir treffen ein junges Paar, dass bald Nachwuchs erwartet - sie machen sich Sorgen, wie sich die wirtschaftliche Lage weiter entwickeln wird, insbesondere, wie die medizinische Versorgung sich entwickelt oder die Preise für Dinge wie Baby-Nahrung oder Windeln. Bereits jetzt ist an vielen Orten keine Nestlé-Kindermilch mehr erhältlich und als Alternative zum Stillen gibt es nur noch iranische oder chinesische Produkte. Beide geniessen bei jungen Eltern in Iran wenig bis gar keine Vertrauen. Die Preise für Baby-Windeln sind in den letzten Wochen teilweise bis zum fünffachen gestiegen. Dies wird damit erklärt, dass zwar die Windeln selber im Land hergestellt werden, die Rohstoffe für die Füllung jedoch importiert werden müssen. Da der Rial so viel an Wert verloren hat, sei damit auch das Produkt teurer geworden. Derzeit gibt es immerhin noch Windeln für Babies. Hingegen sind Inkontinenzprodukte oder Hygieneartikel für Frauen praktisch nicht mehr erhältlich.
 
Letztlich ist die Preissteigerung oder auch der Mangel aber häufig hausgemacht: Es hat einerseits verschiedentlich Hamsterkäufe von Privaten gegeben. Viel schlimmer jedoch ist, dass gierige Händler Ware importieren, diese aber in Lagern horten in Erwartung noch höherer Gewinne bei weiter steigenden Preisen. Dies ist offenbar auch bei den Hygieneartikeln der Fall, genau so wie für eine Vielzahl anderer Produkte. So wurden jüngst in einer Lagerhalle 150 000 Kühlschränke gefunden. Was genau die Regierung in solchen Fällen unternimmt, ist nicht ganz klar. Die Leute nehmen an, dass sie in den meisten Fällen gar nichts tun wird: Um in Iran überhaupt im grösseren Stil im Importgeschäft tätig sein zu können, braucht es eine Genehmigung. Und diese Genehmigungen werden praktisch nur an Parteigänger oder ihre Schützlinge vergeben...

Der Schwiegersohn eines Freundes arbeitet in einer Zigarettenfabrik in Rasht. Hier werden unter anderem Winston, Camel und Marlboro für den iranischen Markt hergestellt. Ursprünglich studierter Maschinenbauingenieur, ist er dort in der Qualitätssicherung tätig. Er erzählt uns von einem Phänomen, dass wir auch andernorts immer wieder hören: viele Arbeiter sind Opiumsüchtig und nehmen ihre Aufgaben oder langsam, in schlechter Qualität oder gar nicht wahr. Andere sind zwar nicht süchtig, aber arbeiten auch nicht besser oder öfter. Gemahnt oder gekündigt werden können viele dieser Arbeiter jedoch nicht, da sie entweder selber Basij sind oder aus Familien von Pasdaran oder Basij stammen. Damit sind sie unantastbar. Auch wenn die Arbeit ausgeht - und dies ist bei der jetzigen wirtschaftlichen Situation immer häufiger der Fall - dann müssen zuerst alle anderen entlassen werden, bevor jene ihre Arbeit verlieren...

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    "For my part, I travel not to go anywhere, but to go. I travel for travel's sake. The great affair is to move; to feel the needs and hitches of our life more nearly; to come down off this featherbed of civilization…"
    B. L. Stewenson : Travels with a Donkey. In: E. Crawshay Williams: Across Persia, London 1907

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