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Reisefiebrig

13/8/2018

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Das Gepäck ist praktisch alles bereit. Nochmals ein Check der Reisehinweise des EDA - keine Reisewarnung. Wir werden also gehen! Wir haben heute auf dem Internet die Reiseroute angesehen Zürich - Wien - Teheran mit Überflug sowohl von Teilen Iraks wie auch Syrien. Im Moment scheint mir dies fast das grösste Risiko...

Am Abend noch kurz Modeschau gemacht: Ich hatte vor unserer letzten Reise einige Iran-konforme langärmlige, lange und bequeme Hemden besorgt, die mir ausgezeichnete Dienste geleistet hatten. Chic ist anders, aber funktionell für so eine Reise eindeutig vorzuziehen.

Ich bin gespannt, wie das mit dem Fliegen wird: Da wir nicht mit Iran Air fliegen, muss ich meinen Hijab nicht bereits für das Boarding bereit haben. Ich nehme auch nicht an, dass die Damen auf dem Flug beim Eintritt in den iranischen Luftraum das Kopftuch umlegen müssen - oder doch? Dies bringt mich zur Frage, ob man in einem Österreichischen Flugzeug in Iranischem Luftraum eher in Österreich oder in Iran ist. Da ich gerade offline unterwegs bin, kann ich diese Frage auch nicht mit einer Suche im allwissenden Internet beantworten. Wir werden sehen...

Das mit dem Fliegen ist ohnehin so eine Sache: ich fliege ausgesprochen ungern. Nicht nur, weil ich generell lieber mit meinen zwei Beinen auf dem Boden stehe. Sondern auch, weil mir das mit dem Fliegen häufig etwas zu schnell geht: Im einen Moment ist man in Europa und im nächsten in Übersee oder in Asien oder - wie eben bei uns - im Iran. Ganz ohne Vorwarnung oder ohne die Möglichkeit, sich an ein Land heranzutasten wird man im Unbekannten aus dem Flugzeug gespült hinein in das Wohnzimmer einer anderen Gesellschaft und Kultur...

2010 sind wir über Italien - Kroatien - Montenegro - Albanien - Griechenland und die Türkei nach Iran gereist. In den fast drei Wochen, die wir uns damals für die Reise Zeit genommen hatten, haben wir uns nicht nur Persien angenähert, sondern auch sanft und beinahe unmerklich der Kultur und den Sitten. Der Unterschied beispielsweise zwischen einem kleinen Dorf in Anatolien und einem in Iran ist nicht so gross: auch in Anatolien sind viele Frauen tief verschleiert, vor allem die älteren sind mit dem grossen, schwarzen Tschador unterwegs, und bereits ab Istanbul wird nicht mehr überall Alkohol serviert. Und  Minarette stehen ja schon in Albanien und Griechenland, wenn auch die Muezzin in sunnitischen Gebieten nicht genau dasselbe rufen wie ihre schiitischen Kollegen in Iran. ​
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    "For my part, I travel not to go anywhere, but to go. I travel for travel's sake. The great affair is to move; to feel the needs and hitches of our life more nearly; to come down off this featherbed of civilization…"
    B. L. Stewenson : Travels with a Donkey. In: E. Crawshay Williams: Across Persia, London 1907

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