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Picknick am Fluss - oder: ganz schön verdreckt

6/9/2018

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Kurz nach dem Frühstück grosse Geschäftigkeit in der Küche – es wird ein Picknick vorbereitet. Töpfe, Decken, Körbe, Besteck und Geschirr und eine grosse Wassermelone werden gepackt und zusammen mit einem rechteckigen Holzkohlegrill und einem Gaskocher im Auto untergebracht. Wir fahren nach Masal, einem Ort in den Bergen in der Nähe von Fuman.

Wir sind nicht die einzigen, die heute ein Picknick unternehmen wollen und viele Plätze entlang dem kleinen Fluss unter den zahlreichen Bäumen sind bereits besetzt. Picknicken ist eine äusserst beliebte Freizeitbeschäftigung in Iran und man packt an den möglichsten und unmöglichsten Orten die Decken aus und richtet sich gemütlich für einige Stunden ein. Da darf es auch einmal das breite Trottoir unter den Bäumen eines breiten Boulevards in einer Stadt im Norden sein (gesehen z.B. in Ramsar oder ganz ausgeprägt in Gorgan). Beliebter jedoch sind natürlich alle Plätze entlang kleiner Bergbäche in grünen Wiesenlandschaften (gesehen in Dorud und Taroom) oder entlang jeglicher Art Wasser, ob tröpfelnd oder rauschend in grünen Flusstälern.

Leider sieht man jeweils auch sofort, wo die beliebten Picknickplätze sind: So herzlich und gastfreundlich die Iraner sind, so viele interessante und intelligente, gebildete Gesprächspartner wir auch antreffen, so unsäglich nervt es uns, wie unsorgsam mit der Natur umgegangen wird. Alles wird weggeschmissen, egal, wo. Die Reste des Picknicks? Einfach liegenlassen. Petflaschen, Servietten, Plastiktaschen? Einfach liegenlassen. Plastikbecher, Besteck? Einfach liegenlassen. Dabei scheint niemand daran zu denken, dass man selber am nächsten Freitag vielleicht wieder hierher kommen könnte zum Picknick. In dem ganzen Müll.

Wir haben in den Sanddünen der Dashte-Maranjab eine halbe Stunde damit verbracht, die Überreste eines Camps aufzuräumen und haben fast zwei Müllsäcke mit Plastikgeschirr und Petflaschen gefüllt. In Dorud haben wir ebenfalls gut eine Stunde damit verbracht, die Fläche von etwa dreissig Quadratmetern von Müll zu befreien, dort habe ich zwei 110-Liter Säcke gefüllt. Als wir diese ins Dorf zurückbrachten und fragten, wo wir sie entsorgen können, nahm man sie uns wortlos aus der Hand und schmiss sie das nächste Wiesenbord hinunter!

Auch hier starten wir zuerst mit einer Reinigungsaktion – erstaunt beäugt von unseren Picknick-Nachbarn, die friedlich auf ihrem Webteppich Tee trinken. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch und N erklärt ihnen, wie wichtig es sei, auf die Natur achtzugeben. Alle sind begeistert („bale bale“), bieten uns Biskuits aus Plastikschalen an und werfen die leere Schale – noch während sie zustimmend nicken – ungerührt über die Schulter ins Grüne hinaus...

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    "For my part, I travel not to go anywhere, but to go. I travel for travel's sake. The great affair is to move; to feel the needs and hitches of our life more nearly; to come down off this featherbed of civilization…"
    B. L. Stewenson : Travels with a Donkey. In: E. Crawshay Williams: Across Persia, London 1907

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