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Kashan

22/8/2018

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​22.8.2018 - Kashan
Kashan liegt am Rande der Dast-e-Kavir im persischen Hochland. Die Stadt ist bereits seit vielen Tausend Jahren bewohnt - Ausgrabungen in Tepe Sialk fanden sich Häuser aus dem 6. Jahrtausend v. Chr., einige der ältesten Zeugnisse von Metallgewinnung aus dem 4. Jahrtausend, protoelamitische Schrifttafeln, Rollsiegel, Keramiken aus dem 3. Jahrtausend und eine von vier bekannten elamitischen Zikkurats.
Im Mittelalter war Kashan vor allem für seine Keramik berühmt: Der persische Name für Keramik, „Kashi“, leitet sich von Kashan ab. Hier wurden bereits sehr früh die glänzenden Kacheln in Blau und rosa hergestellt, welche vor allem für Innenräume wie etwa Gebetsnischen in Moscheen verwendet wurden: Der Glanz der Kacheln muss im flackernden Schein der Öllampen eine ganz besondere Lebendigkeit gehabt haben.
Die Keramikproduktion verlor im laufe des 14. Jahrhundersts an Bedeutung - sie wurde abgelöst durch Textilproduktion. Kashan liegt neben Kerman, Yazd, Isfahan und Qom an der südlichen Seidenstrasse und gehörte neben Yazd und Isphahan im 16. und 17. Jahrhundert zu den wichtigsten Zentren der Prodiktion persischer Brokat- und Seidenstoffe. In ihrer Blütezeit wurden Seidenstoffe mit Abbildungen aus der persischen Literatur im Stil der Miniaturmalerei hergestellt.
Im 16. Jahrhundert etablierte der kunstsinnige Safawidenkönig Abbas I. der Grosse (1587–1529) - er gilt als einer der bedeutendsten Förderer der Persischen Kunst, insbesondere der Teppichknüpfkunst - die ersten Teppichknüpfmanufakturen, die bald zu höchster Blüte gelangten.
Wie bei vielen anderen Perserprovenienzen auch, ist der Ort Kaschan Stapelplatz und daher Namenspate für alle im Umland geknüpften Teppiche. Die Sammelbezeichnung erstreckt sich auf etwa achtzig Dörfer und Flecken. Kaschan-Teppiche gehören zu den besten klassischen Orientteppichen. Die Knüpfung erfolgt mit dem persischen Knoten, nicht mit dem bei Perserteppichen weit verbreiteten türkischen Knoten. Die Knüpftechnik geht vermutlich auf die Seldschuken und deren Invasion im 11. Jahrhundert zurück.
Kashan ist auch berühmt für sein Rosenwasser. Hier ganz in der Nähe - in Qamsar - liegt das Zentrum der orientalischen Rosenwasserproduktion. Die Kaaba in Mekka wird jährlich einmal mit Rosenwasser aus Qamsar gewaschen. Die Rosen für das Wasser stammen aus den Rosengärten rund um Kashan und die Rosenblüten werden im Mai und Juni geerntet. Anschliessend werden sie in grossen Kupferkesseln gekocht und der Dampf über ein Rohrsystem in wassergekühlte Kupferkannen geleitet, aus denen das halbfeste Rosenöl abgeschöpft wird.
Kashan ist über den Handel und seine Lage an der Seidenstrasse zu erheblichem Reichtum gelangt. Davon zeugen diverse traditionelle Häuser, die einst wohlhabenden Kaufleuten gebaut wurden und von denen einige besucht werden können oder welche zu Hotels umgebaut worden sind wie etwa das Abbasi-Haus, das Boroujerdi-Haus oder das Haus der Tabatabai oder der Fin Garten (Bagh-e-Fin).
Interessanterweise findet sich in keinem meiner historischen Reiseberichten eine ausführliche Beschreibung von Kashan – weder unter dem aktuellen Namen noch unter der Schreibweise Keshan oder Cassan. Offenbar liessen die Reisenden des 18. und 19. Jahrhunderts die Stadt links liegen und reisten so schnell wie möglich weiter nach Sin-Sin und Qom. Die einzigen Einträge, die sich finden, sind der Hinweis auf äusserst viele Skorpione und die Feigheit der Kashani. Diese ist heute noch sprichwörtlich: Man sagt, der mutigste Bewohner der Stadt sei der Strassenköter hinter dem Bazar. Man erzählt sich, dass ein Regiment von Kashani nach seiner Entlassung aus dem Kriegsdienst Begleitschutz (!) für die Heimreise nach Kashan verlangt habe.

​Hier einige Bilder (anklicken zum Navigieren):
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    "For my part, I travel not to go anywhere, but to go. I travel for travel's sake. The great affair is to move; to feel the needs and hitches of our life more nearly; to come down off this featherbed of civilization…"
    B. L. Stewenson : Travels with a Donkey. In: E. Crawshay Williams: Across Persia, London 1907

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